Teiländerung Bauzonenplan (inkl. Ausscheidung Gewässerraum) und Rahmengestaltungsplan Dorfkern: Öffentliches Auflageverfahren

Nach Abschluss des Mitwirkungsverfahrens und der kantonalen Vorprüfung werden die Entwürfe gemäss § 24 Abs. 1 BauG öffentlich aufgelegt.

Die Entwürfe mit Erläuterungen und die Vorprüfungsberichte liegen vom 21. Januar bis 19. Februar 2019 bei der Gemeindekanzlei auf und können während den Schalteröffnungszeiten eingesehen werden.

Es wird darauf hingewiesen, dass der Gewässerraum im von der Teiländerung Bauzonenplan betroffenen Gebiet ausgeschieden wird.

Wer ein schutzwürdiges eigenes Interesse hat, kann innerhalb der Auflagefrist Einwendungen erheben. Organisationen gemäss § 4 Abs. 3 und 4 BauG sind ebenfalls berechtigt, Einwendungen zu erheben. Einwendungen sind schriftlich beim Gemeinderat einzureichen und haben einen Antrag und eine Begründung zu enthalten.

Am Montag, 21. Januar 2019, 19.30 Uhr, im Vereinslokal 2 der Mehrzweckanlage, führt der Gemeinderat eine öffentliche Informationsveranstaltung durch. Die Bevölkerung sowie weitere interessierte Personen werden zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen.

Erläuterungen

Aufgrund der räumlichen Nähe zur Agglomeration Zug, den vergleichsweise günstigeren Preisen und den landschaftlichen und ortsbaulichen Vorzügen rechnet die Gemeinde Dietwil mit einer anhaltend hohen Nachfrage nach Wohnraum in der Gemeinde. Der Gemeinderat hat sich zum Ziel gesetzt, die bauliche Erneuerung und Entwicklung im Ortskern zu unterstützen. Mit der vorliegenden Teiländerung der allgemeinen Nutzungsplanung sollen die planerischen Voraussetzungen auf Stufe Grundordnung und damit auch die Grundlage für den Rahmengestaltungsplan Dorfkern geschaffen werden. Zudem ist vorgesehen, die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) an die neuen Baubegriffe und Messweisen der Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB) anzupassen. Gleichzeitig mit dieser BNO-Teiländerung wurde auch das entsprechende Gebührenreglement überarbeitet. Weiter soll mit der gesetzlich vorgeschriebenen Ausscheidung des Gewässerraumes der erforderliche Raumbedarf für die ökologische Funktion, für den Schutz vor Hochwasser und für die Gewässernutzung sichergestellt werden.

Die Teilrevision der Nutzungsplanung Siedlung im Bereich der Dorfkerne und der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen erfolgt koordiniert mit der Erarbeitung des Rahmengestaltungsplans Dorfkern. Die Situation in der Dorfkernzone von Dietwil zeigt sich nämlich speziell, da die zahlreichen Gebäude unter Substanz- und Volumenschutz für das Ortsbild eine wichtige Rolle spielen und ein grosses bauliches Potenzial aufweisen. Gemäss Erfahrung der Gemeinde im Rahmen des Vollzugs der rechtskräftigen Nutzungsplanung hat sich aber gezeigt, dass der Volumenschutz dazu führte, dass gewisse Gebäude nicht entwickelt wurden und die bestehende Bausubstanz nicht unterhalten wurde. Der Sondernutzungsplan mit dem Charakter eines Rahmengestaltungsplans mit flexiblen Sondernutzungsvorschriften soll dabei den herkömmlichen, im Bauzonenplan festgesetzten Volumenschutz ablösen. Zudem legt der Gestaltungsplan fünf Bereiche mit Entwicklungspotenzial (Handlungsgebiete) fest, in welchen sich die zukünftige Innenentwicklung konzentrieren soll. Ziel ist, das Potenzial zur Bestandserneuerung und Innenentwicklung zu vergrössern, ohne dass das intakte, gut ablesbare Ortsbild verloren geht.

Der vorliegende Rahmengestaltungsplan bildet die Grundlage für ein innovatives Verfahren, welches mehr Flexibilität für konkrete Projekte schafft und somit die Entwicklung des Dorfkerns erleichtert. Der Rahmengestaltungsplan konkretisiert dabei kein architektonisches Richtprojekt, sondern gibt für das Beizugsgebiet die gestalterischen Vorgaben bei Neu- und Umbauten vor. Der Volumenschutz wird insbesondere durch Pflichtbaulinien abgelöst, welche die charakteristische Stellung der Gebäude zum Strassenraum sicherstellen. Im Übrigen liegt der Fokus auf einer frühzeitigen Beratung durch eine kleine Fachbaukommission, welche die Planungs- und Bauvorhaben im Dorfkern optimal begleiten und unterstützen wird. Ein Leitfaden für das Projektieren und Bauen setzt Spielregeln, lässt der Kommission bei der Beurteilung der Projektqualität aber auch einen gewissen Spielraum offen.

Der Rahmengestaltungsplan Dorfkern kann als Vorleistung der Gemeinde für bauwillige Personen angesehen werden, da für die gesamte Dorfkernzone mit Gestaltungsplanpflicht ein solcher bereits erarbeitet wurde. Der Kanton Aargau würdigt den Pilotcharakter dieses Vorhabens mit einem finanziellen Beitrag an die Planungskosten.

Das Mitwirkungsverfahren hat vom 7. November bis 6. Dezember 2016 gleichzeitig mit der kantonalen Vorprüfung stattgefunden. Insgesamt sind elf Mitwirkungseingaben beim Gemeinderat eingegangen. Die Ergebnisse der Verhandlungen und Entscheide sind dem Mitwirkungsbericht zu entnehmen. Nachdem nun die abschliessenden Vorprüfungsberichte zur Teiländerung Bauzonenplan und zum Rahmengestaltungsplan Dorfkern mit Datum vom 23. November 2018 eingetroffen sind und die Vorlagen die Voraussetzungen zur Genehmigung erfüllen, kann die öffentliche Auflage durchgeführt werden.

Unterlagen

Aufschaltung spätestens am 18. Januar 2019


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